Korrespondenzen

 

Gedanken zu meinem Grußkarten – Projekt

 

Smartphones sind die Kommunikationsgeräte unserer Tage. Wir whatsappen, facebooken, wir versenden Sprachnachrichten, Textnachrichten, Fotos, Videos, liebste, beste, vor allem aber flotteste Grüße. Immer in Eile, immer auf dem Sprung. Die Tage lang, der Atem kurz.

 

Vielleicht hecheln wir in der Wahl unseres Kommunikationsmediums manchmal nur mehr dem Zeitgeist hinterher? Mit Freiheit hat das nicht mehr viel zu tun.

 

Smartphones, Tablets, Notebooks. Das sind die Geräte, die unserer digitalen Erweiterung dienen und denen wir dienen. Online-Sein. Um jeden Preis? Um einen hohen Preis. Manch einer träumt längst vom Handyfasten oder von einem abgerauschten E-Mail-Account, – von jener schützenden Unerreichbarkeit, die wir früher hatten, früher, als wir noch Karten und Briefe schrieben. Auf ausgesuchtem Papier, vielleicht mit königsblauer Füllertinte. Oder auch nur mit einem angeknabberten Bleistift. Karten und Briefe? Handschriftlich? Das war gestern, das war, als wir noch freier waren.

 

Manchmal geht man zurück, um nach vorne zu kommen. Manchmal liegt der Fortschritt im Rückschritt, im Rückbesinnen eigentlich. Besinnen wir uns also auch auf jene Kommunikationsformen, in denen wir so kreativ wie eigenständig sein können. Beschenken wir einander handschriftlich, texten wir wieder auf Papier, aktivieren wir die alten Fähigkeiten neu und korrespondieren auch auf jene Art, die dem menschlichen Rhythmus angemessen entspricht.

 

Rauris, 16. März 2019, SR

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