2. Brief an den Bürgermeister von Rauris

Betreff: Feuerwerksverbot / Klimaschutz

Lieber Bürgermeister,

vielen Dank fürs freundliche Feedback.

Ja, ich hatte es gehofft, dass Du, der Du ja in naturnahen Berufen tätig bist, Verständnis für Umweltschutzaktivitäten hast.

Mir persönlich geht es beim Feuerwerk vor allem um den Umweltschutzaspekt, wobei ich die anderen Punkte – Tierschutz, Rücksicht auf Alte, auf Kinder und Kranke – auch nicht ausklammern würde.

Ich kann es verstehen, dass Kommunalpolitiker ein Verbot von Feuerwerken scheuen. Der Tourismus ist natürlich ein Punkt, den man logischerweise berücksichtigen muss.

Und doch, ich meine, dass wir fürs Vertagen und für schöne Reden, für allfälliges Überzeugen und fürs langmütige Vorbringen (in irgendwelchen Gremien, bei den Wirten, beim Tourismusverband) keine Zeit mehr haben. Die Natur hat keine Zeit mehr für Verzögerungen, fürs Hinhalten und fürs Nichtstun. Es geht um die Feinstaubbelastung, es geht darum, dass wir diese Welt mit unserem Verschmutzen schlicht an die Wand fahren. Dabei haben wir nur diese eine Welt.

Wir leben in einer Zeit des Klimanotstands. Und dieser Notstand wird Verbote mit sich bringen, – bringen müssen! Mit Verzichtsaufforderungen werden die Menschen nicht zur Rücksichtnahme und auch nicht zum umfassenden Umweltschutz zu bewegen sein. Dafür ist ein Großteil der Menschen zu bequem, zu unbeweglich, zu wenig zukunftsorientiert. Und vielleicht auch zu egoistisch.

Ich bin mir sicher, dass z. B. ein Verbot von Ölheizungen in absehbarer Zeit umgesetzt werden wird. Das wird kommen müssen, – über Verbote, denn freiwilliges Umschwenken wird nicht zu erwirken sein. Und darum meine ich auch, dass man das Zünden von Feuerwerken schlicht verbieten muss. Kontrolle ließe sich installieren, man müsste eben jemanden (oder mehrere) dafür anheuern.

Es ist Dir sicher nicht entgangen, dass in der Stadt Salzburg, in der Münchner Innenstadt und auch im Kleinwalsertal bereits heuer kein Privatfeuerwerk mehr gezündet werden darf. Verboten. Durch die jeweils amtierenden Bürgermeister. Und auch in Goldegg und in St. Johann stellt man diesbezüglich gerade etwas auf die Beine.

Rauris könnte auch hier eine Vorreiterrolle übernehmen und diese elendigliche Knallerei, die alljährlich eine Rauch- und Schadstoffwolke sondergleichen hinterlässt, ganz einfach abschaffen. Viele wären heilfroh, wenn das endlich umgesetzt werden würde, viele Rauriserinnen und Rauriser sprechen sich nämlich ganz entschieden gegen ein Silvesterfeuerwerk aus.

Du erinnerst Dich sicher an den Wirbel, der in Rauris entstand, als der damals amtierende Bürgermeister die Straße nach Kolm Saigurn zu einer Mautstraße machte und damit absolute Verkehrsberuhigung in unserem wunderschönen Talschluss erreichte. Da war bei manchen das Gezeter groß, weil man ja dann nicht mehr mit dem Auto nach Kolm fahren könne. Undenkbar. Auch wegen der Gäste, wegen der Touristen, die es sich ja erwarten, erwarten dürfen, dass man in der Natur keinen Schritt zu Fuß gehen muss. Allem Gezeter zum Trotz wurde das Projekt Mautstraße-Verkehrsberuhigung-Kolm durchgezogen. Und heute sind wir alle glücklich darüber, dass in Rauris (und vor allem in Kolm Saigurn) die Natur auf diese Art geschützt und geschont wird.

Ähnliches könnte mit einem Feuerwerksverbot gelingen. Wir sollten, finde ich, nicht darauf warten, bis diese Knallerei und Schmutzerei von jenen abgeschafft wird, die „weiter oben“ sitzen (das kann nämlich dauern). Die im November unser Tal regelrecht verwüstenden Muren-Abgänge sollten uns ein Zeichen und ein Mahnmal sein. Es ist an der Zeit zu handeln. Für die Umwelt, für den Schutz der Natur. Es ist, so finde ich, auch Zeit für ein Verbot von umweltverpestendem Feuerwerk.

Das im November stattfindende Umweltdesaster, bei der in Rauris ganze Hänge zu Tal brachen, hat ihre Ursache in der Erderhitzung. Wir können also so nicht mehr weitermachen, wir sollten handeln und deswegen bitte ich Dich, dass Du das tust, wofür Du gewählt worden bist, und zwar: das Ruder übernehmen und steuern.

https://www.sn.at/salzburg/politik/unwetterextreme-steht-das-gewohnte-leben-im-sueden-salzburgs-auf-dem-spiel-79458067?fbclid=IwAR3I13QAigDumENPMg1NnYvo936D9ZGyk-bKpcMOqoHwF40wctpO3y_PoDIhttp://SN – Artikelhttps://www.sn.at/salzburg/politik/unwetterextreme-steht-das-gewohnte-leben-im-sueden-salzburgs-auf-dem-spiel-79458067?fbclid=IwAR3I13QAigDumENPMg1NnYvo936D9ZGyk-bKpcMOqoHwF40wctpO3y_PoDI

Ich denke, es ist auch an der Zeit klare Worte zu wählen. Trage mir meine Direktheit bitte nicht nach, aber mit schöner Rede kommen wir jetzt nirgendwohin.

Was ich der Gemeinde und somit auch Dir noch vorschlagen kann: ich würde, falls es zur Überzeugung und Untermauerung noch notwendig ist, eine Unterschriftenaktion gegen Silvesterfeuerwerke starten.

Wie viele Unterschriften müsste ich vorlegen, damit das Ganze für Dich Gewicht hat?

(Könnte allerdings erst im Frühjahr mit dieser Aktion beginnen, denn ich bin derzeit mit Arbeit eingedeckt.)

Ich werde meine Korrespondenz wiederum auf Facebook veröffentlichen, denn es gibt einige Menschen (in Rauris und auch anderswo), die dieses Thema interessiert.

Mit guten Wünschen für einen ruhigen Jahreswechsel und mit freundlichen Grüßen! Susanne

Susanne Rasser

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